Greater Green+

Besichtigung des Gebäudes B22 an der ULiège

Veröffentlicht am 17. April 2026 von Louiza Randjelovic

Besuch des Gebäudes B22 des Botanischen Instituts der Universität Lüttich: ein Beispiel für zirkuläre und nachhaltige Sanierung

Am 17. Oktober 2024 organisierten Ligne Bois und CAP Construction im Rahmen des europäischen Projekts Greater Green+ eine Besichtigung des Gebäudes B22 des Botanischen Instituts der Universität Lüttich. Mehr als 50 Fachleute nahmen an dieser Veranstaltung teil, die einem beispielhaften Sanierungsprojekt gewidmet war.

Ein ambitioniertes energetisches und denkmalpflegerisches Sanierungsprojekt

Das Gebäude B22, das im Inventar des wallonischen Kulturerbes eingetragen ist, wurde umfassend energetisch und denkmalgerecht saniert.

Das Projekt ist Teil eines Ansatzes der Kreislaufwirtschaft und des Re-Use von Materialien, mit besonderem Fokus auf die Aufwertung des Bestands und die Reduzierung der Umweltauswirkungen.

Wiederverwendung als zentrales Element des Projekts

Die Sanierung zeichnet sich durch einen umfangreichen Einsatz von wiederverwendeten Materialien aus, darunter:

  • 2.600 m² Holzverkleidung aus Wiederverwendung
  • Holz aus ehemaligen Scheunen (Kiefernholz)
  • Azobé-Dielen aus ehemaligen Hafenkais in den Niederlanden
  • Materialien aus dem Rückbau vor Ort, die demontiert, inventarisiert, gereinigt und wiederverwendet wurden

Zwei Formen der Wiederverwendung wurden kombiniert:

  • Wiederverwendung von Materialien aus externen Quellen
  • Wiederverwendung von Materialien aus dem Rückbau des bestehenden Gebäudes

Eine Architektur, die sich an die Wiederverwendung anpasst

Der Einsatz von Sekundärmaterialien hatte einen starken Einfluss auf den architektonischen Entwurfsprozess.

Die fehlende vollständige Kontrolle über die verfügbaren Materialien erforderte:

  • eine hohe Flexibilität in der Planung
  • die Anpassung des Leistungsverzeichnisses an Materialien, deren genaue Eigenschaften erst bei Anlieferung bekannt waren
  • eine sorgfältige Abstimmung der Verfügbarkeit und der ästhetischen Integration von Holzchargen unterschiedlicher Herkunft

Ein beispielhaftes Projekt der Kreislaufwirtschaft

Dank seines integrierten Ansatzes von Nachhaltigkeit und Zirkularität wurde das Projekt national ausgezeichnet.

Es erhielt eine besondere Erwähnung in der Kategorie „Tertiäre Gebäude“ im Rahmen der Trophées Bâtiments Circulaires 2022.

Zudem wurde es durch den European Energy Efficiency Fund (eeef) unterstützt, ein Instrument zur Förderung nachhaltiger Sanierungsprojekte durch die Abfederung von Risiken und Mehrkosten.

Ein wegweisender Ansatz

Dieses Projekt zeigt konkret die Potenziale der Wiederverwendung im Bereich der Gebäudesanierung. Es beweist, dass ein zirkulärer Ansatz im großen Maßstab umsetzbar ist und dabei Energieeffizienz, Denkmalwert und architektonische Innovation miteinander verbinden kann.