Webinar „Wiederverwendung & Rückbau“: Ein grenzüberschreitender Austausch im Dienste des nachhaltigen Bauens
Im Rahmen des Interreg-Projekts Greater Green+ organisierten Ligne Bois und CAP Construction am 8. Oktober 2024 ein Webinar zum Thema Wiederverwendung und Rückbau im Bausektor. An dieser Online-Veranstaltung nahmen 212 Fachleute teil, und 10 Expertinnen und Experten aus verschiedenen Gebieten der Großregion brachten sich ein – mit einem gemeinsamen Ziel: den Übergang zu einer stärker kreislauforientierten und nachhaltigen Bauweise zu beschleunigen.
Materialwiederverwendung: ein zentraler Hebel der Kreislaufwirtschaft
Angesichts der aktuellen Umweltherausforderungen steht der Bausektor – der größte Abfallerzeuger in der Europäischen Union – im Zentrum der notwendigen Transformationen. Die Wiederverwendung von Materialien stellt einen wesentlichen Hebel dar, um die Umweltbelastung des Sektors zu verringern, bringt jedoch zugleich bedeutende technische, regulatorische und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich.
Das Webinar bot daher eine vertiefte Analyse bestehender Lösungen sowie der noch zu überwindenden Hindernisse. Dabei wurden unterschiedliche Themen behandelt, darunter Ökodesign, der Aufbau von Wiederverwendungsstrukturen, die Versicherbarkeit wiederverwendeter Materialien sowie die Entwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene.
Mobilisierung von Akteurinnen und Akteuren aus der gesamten Großregion
Die Veranstaltung veranschaulichte die grenzüberschreitende Dimension des Projekts Greater Green+ durch die Vielfalt der Referierenden aus mehreren Ländern der Großregion:
· Ökodesign im Bauwesen Valérie Marx – Schroeder & Associés (Luxemburg)
· Materialpass Amélie Halbach – Universität Lüttich (Belgien)
· Ganzheitliche Lösungen für das Baustellenabfallmanagement Thibaut Jacquet – Retrival (Belgien)
· Rückbau und Kreislaufwirtschaftsgesetz in Luxemburg Tristan Hartman – Polygone (Luxemburg)
· Auswirkungen der deutschen Regulierung auf Ersatzbaustoffe Dr. Suzanne Hartard – Umwelt-Campus Birkenfeld / Hochschule Trier (Deutschland)
· Die Wiederverwendungsbranche Cécile Guichard – Rotor DC (Belgien)
· Unterstützung von Unternehmen Célestine Voegel – BOMA (Frankreich)
· Versicherbarkeit zirkulärer Projekte Timothy Bourgois – SECO (Belgien / Luxemburg)
· Pilotprojekt zur Kreislaufwirtschaft – Lycée Michel Lucius Sophie Maurer – Administration des bâtiments publics du Luxembourg (Luxemburg)
· Projekt Remiremont: Rückbau und Wiederverwendung von Materialien Odran Lemaître – LERMAB / Vosgelis (Frankreich)
Diese Vielfalt an Referierenden ermöglichte einen Vergleich nationaler und regionaler Ansätze und stellte zugleich konkrete Initiativen sowie komplementäre Praxiserfahrungen in den Mittelpunkt.
Zentrale Themen für die berufliche Praxis
Die Präsentationen behandelten mehrere grundlegende Themen für die Entwicklung der Materialwiederverwendung im Bauwesen, darunter:
- die Integration der Wiederverwendung bereits in der Planungsphase (Ökodesign und digitale Werkzeuge);
- die Entwicklung innovativer Instrumente wie Materialpässe;
- das Management und die Verwertung von Baustellenabfällen;
- nationale und europäische regulatorische Rahmenbedingungen;
- Fragen der Versicherbarkeit von wiederverwendeten Materialien;
- die Unterstützung von Fachkräften und der Aufbau entsprechender Wertschöpfungsketten.
Konkrete Beispiele – etwa das Projekt des selektiven Rückbaus und der anschließenden Wiedererrichtung in Remiremont oder die Umnutzung des Lycée Michel Lucius in Luxemburg – verdeutlichten die Umsetzbarkeit und die Vorteile dieser Ansätze.
Ein Austauschraum zur Entwicklung gemeinsamer Lösungen
Über die technischen Beiträge hinaus bot das Webinar einen wertvollen Raum für den Austausch zwischen öffentlichen, akademischen und privaten Akteurinnen und Akteuren. Es ermöglichte die Weitergabe bewährter Praktiken, die Identifizierung grenzüberschreitender Synergien sowie eine vertiefte gemeinsame Reflexion über die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft im Bausektor.
Durch die Förderung dieses Austauschs bestätigt Greater Green+ seine Rolle als Katalysator für Innovation und Zusammenarbeit in der Großregion – im Dienste eines nachhaltigeren Bauens.
Die vollständige Aufzeichnung dieses Webinars ist auf Französisch hier und auf Deutsch hier verfügbar.


